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Hundeschicksal
Frauchen ist weg –
lähmende Ruhe,
nur im Flur stehen –
wie sonst – ihre Schuhe
Dass sie mich
zurückgelassen,
kann ich noch gar nicht
fassen.
Jeder Schritt im
Treppenhaus,
löst Erwartung in mir aus.
An der Tür lausch` ich
täglich,
und sehne mich unsäglich
nach der so vertrauten
Stimm,
ja,
es ist wirklich schlimm,
ist denn irgendwer gekommen
und hat sie mir genommen?
Langsam wird mir das zuviel,
muss ich jetzt ins
Tier-Asyl?
Gibt es einen, der mich
liebt
und mir wieder Hoffnung
gibt,
auf ein schönes neues Heim,
ach,
wie würde ich mich freu`n.
10
Bitten eines kleinen Hundes!
1.)
Mein Leben dauert 10-15 Jahre. Jede Trennung von dir wird für mich
Leiden bedeuten. Bedenke es, eh du mich anschaffst.
2.) Gib mir Zeit, zu verstehen, was du von mir verlangst.
3.) Pflanze Vertrauen in mich- ich lebe davon.
4.) Zürne mir nie lange und sperr mich nicht zur Strafe ein! Du hast
Dein Vergnügen, Deine Freude, ich habe nur dich.
5.) Stimme, die sich an mich wendet.
6.) Wisse: Wie immer an mir gehandelt wird, ich vergesse es nie.
7.) Bedenke, eh du mich schlägst, dass mein Kiefer mit Leichtigkeit
die Knöchelchen Deiner Hand zerquetschen könne, dass ich aber keinen
Gebrauch von ihnen mache.
Sprich manchmal mit mir. Wenn ich auch Deine Worte nicht ganz
verstehe, so doch die
8.) Ehe du mich bei der Arbeit unwillig schrillst, bockig oder faul,
bedenke: Vielleicht plagt mich ungeeignetes Futter, vielleicht war
ich zu lange der Sonne ausgesetzt oder vielleicht habe ich ein
verbrauchtes Herz.
9.) Kümmere dich um mich, wenn ich alt werde- auch du wirst einmal
alt sein.
10.) Geh jeden Schweren Gang mit mir. Sage nie: Ich kann so was
nicht sehen oder es soll in meiner Abwesenheit geschehen. Alles ist
leichter für mich mit Dir
Leb wohl
Viele Jahre durfte ich Dein
treuer Begleiter sein. Du
hast schon, als du mich beim
Züchter abholtest, meine
Liebe gewonnen. Ich lief dir
zu und du nahmst mich in
Deine Arme. Du hast dir viel
Mühe gegeben, aus mir einen
wohlerzogenen Hund zu
machen. Wichtig war mir,
dass du viel mit mir
gespielt hast, ich habe
dabei auch gewonnen. Du hast
nie mit mir geschimpft oder
mich gar geschlagen, wenn
eine Übung von mir nicht
gleich verstanden
wurde. Unsere Bindung, dabei
war es Liebe, wurde immer
inniger, wir wurden
unzertrennliche Freunde, in
Freud und auch in Leid.
Stolz ging ich mit dir
spazieren und freutest mich
ebenso wie du, wenn ich,
wegen meines gepflegten
Aussehens und meiner
Folgsamkeit - manchmal war
sie nur dir zu Liebe -
bewundert wurden. Nun meine
letzte Bitte an dich. Die
Zeit ist vergangen, du
wurdest älter und ich alt.
Ich bin zwar noch immer
folgsam, aber das Spiel und
der Spaziergang wird halt
schon immer langsamer. Aber
du verstehst mich ja, bist
noch viele Stunden, auch in
der Nacht, nach einem
Tierarztbesuch, wenn ich
Schmerzen hatte, bei mir
gewesen und die Schmerzen
wurden gleich besser. Wir
waren eben Freunde. Wenn nun
mein Hundeleben zu Ende
geht, bitte ich dich, wenn
es dir möglich ist, mich auf
dem letzten Weg zu
begleiten. Mein letzter
Blick soll dir gelten, bevor
meine Augen brechen. Sei
nicht so traurig, wenn du
einen Freund, vielleicht den
besten, verloren hast.
Ich heiße jetzt Lea
Ich
weiß nicht mehr viel von dem
Ort, wo ich geboren bin. Es
war eng und dunkel und nie
spielte ein Mensch mit uns.
Ich erinnere mich noch an
Mama und ihr weiches Fell,
aber sie war oft krank und
sehr dünn. Sie hatte nur
wenig Milch für mich und
meine Brüder und Schwestern.
Die meisten von ihnen waren
plötzlich gestorben. Als sie
mich von meiner Mutter
wegnahmen, hatte ich
furchtbare Angst und war so
traurig. Meine Milchzähne
waren kaum durchgestoßen und
ich hätte meine Mama doch
noch so sehr gebraucht. Arme
Mama, es ging ihr so
schlecht. Die Menschen
sagten, dass sie jetzt
endlich Geld wollten und
dass ihnen das Geschrei
meiner Schwester und mir auf
die Nerven ging. So wurden
wir eines Tages in eine
Kiste verladen und
fortgebracht. Wir kuschelten
uns aneinander und fühlten
wie wir beide zitterten,
ohnmächtig vor Angst.
Niemand kam, um uns zu
trösten. All diese seltsamen
Geräusche und erst die
Gerüche - wir sind in einem
Petzshop, einem Laden, wo es
viele verschiedene Tiere
gibt. Einige miauen, andere
piepsen, einige pfeifen. Wir
hören auch die Wimmern von
andern Welpen. Meine
Schwester und ich drücken
uns eng zusammen in dem
kleinen Käfig.
Manchmal kommen Menschen uns
anschauen, oft ganz kleine
Menschen, die sehr fröhlich
aussehen, als wollten sie
mit uns spielen. Tag um Tag
verbringen wir in unserem
kleinen Käfig. Manchmal
packt uns jemand und hebt
uns hoch, um uns zu
begutachten. Einige sind
freundlich und streicheln
uns, andere sind grob und
tun uns weh. Oft hören wir
sagen: Oh, sind die süß, ich
will eines, aber dann gehen
die Leute wieder fort.
Letzte Nacht ist meine
Schwester gestorben. Ich
habe meinen Kopf an ihr
weiches Fell gelegt und
gespürt, wie das Leben aus
dem dünnen Körperchen
gewichen ist. Als man sie am
Morgen aus dem Käfig nimmt,
sagen sie, sie sei krank
gewesen und ich sollte
verbilligt abgegeben werden,
damit ich bald wegkomme.
Niemand beachtet mein leises
Weinen, als mein kleines
Schwesterchen einfach
weggeworfen wird. Heute ist
eine Familie gekommen und
hat mich gekauft! Jetzt wird
alles gut! Es sind sehr
nette Leute, die sich
tatsächlich für mich
entschieden haben. Sie haben
gutes Futter und einen
schönen Napf dabei, und das
kleine Mädchen trägt mich
ganz zärtlich auf den Armen.
Ihr Vater und Mutter sagen,
ich sei ein ganz süßes und
braves Hündchen.
Ich heiße jetzt Lea.
Ich darf meine neue Familie
sogar abschlabbern, das ist
wunderbar. Sie lehren mich
freundlich, was ich tun darf
und was nicht, passen gut
auf mich auf, gebe mir
herrliches Essen und viel,
viel Liebe. Nichts will ich
mehr, als diesen wunderbaren
Menschen gefallen und nichts
ist schöner, als mit dem
kleinen Mädchen
herumzutollen und zu
spielen.
Erster Besuch beim Tierarzt.
Es war ein seltsamer Ort,
mir schauderte. Ich bekam
einige Spritzen. Meine beste
Freundin, das kleine
Mädchen, hielt mich sanft
und sagte, alles sei gut,
also entspannte ich
mich. Der Tierarzt schien
meinen geliebten Menschen
traurige Worte zu sagen,
denn sie sahen ganz bestürzt
aus. Er sprach über schwere
Mängel, Dysplasie E und Herz
zwei. Auch erzählte er von
wilden Züchtern und sagte,
dass meine Eltern nie
gesundheitlich getestet
worden seien. Ich habe
nichts von alledem
begriffen, aber es war
furchtbar, meine Familie so
traurig zu sehen.
Jetzt bin ich sechs Monate
alt. Meine gleichaltrigen
Artgenossen sind wild und
stark, aber mir tut jede
Bewegung schrecklich weh.
Die Schmerzen gehen nie
weg. Außerdem kriege ich
gleich Atemnot, wenn ich nur
ein wenig mit dem kleinen
Mädchen spielen will. Ich
möchte so gerne ein
kräftiger Hund sein, aber
ich schaffe es einfach
nicht. Vater und Mutter
sprechen über mich. Es
bricht mir das Herz, alle so
traurig zu sehen.
In der Zwischenzeit war ich
oft beim Tierarzt und immer
hieß es genetisch und nichts
zu machen. Ich möchte
draußen in der warmen Sonne
mit meiner Familie spielen,
möchte rennen und hüpfen. Es
geht nicht.
Letzte Nacht war es
schlimmer als eh und je. Ich
konnte nicht einmal mehr
aufstehen, um zu trinken und
nur noch schreien vor
Schmerzen. Sie tragen mich
ins Auto. Alle weinen. Sie
sind so seltsam, was ist
los? War ich böse? Sind sie
am Ende böse auf mich? Nein,
nein, sie liebkosen mich ja
so zärtlich. Ach Wenn nur
diese Schmerzen aufhörte!
Ich kann nicht mal die
Tränen vom Gesicht der
kleinen Mädchen ablecken,
aber wenigstens erreiche ich
seine Hand aber der Tisch
beim Tierarzt ist kalt. Ich
habe Angst. Die Menschen
weinen in mein Fell, ich
fühle, wie sehr sie mich
lieben. Mit Mühe schaffe ich
es, ihre Hand zu lecken. Der
Tierarzt nimmt sich heute
viel Zeit und ist sehr
freundlich, und ich empfinde
etwas weniger Schmerzen.
Das kleine Mädchen hält mich
ganz sanft, ein kleiner
Stich... Gott sei Dank, der
Schmerz geht zurück. Ich
fühle tiefen Frieden und
Dankbarkeit. Ein Traum: ich
sehe meine Mama, meine
Brüder und Schwestern auf
einer großen grünen Wiese.
Sie rufen mir zu, dass es
dort keine Schmerzen gibt,
nur Friede und Glück. So
sage ich meiner
Menschenfamilie auf
Wiedersehen auf die einzige
mir mögliche Weise: Mit
einem sanften Wedeln und
einem kleinen Schnuffeln.
Viele glückliche Jahre
wollte ich mit euch
verbringen, es hat nicht
sein sollen. Statt dessen
habe ich euch so viel Kummer
gemacht. Es tut mir leid,
ich war eben nur eine
Händlerware.
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